Der Feldjägerstern

Barettabzeichen der Feldjäger

Einen Tag vor seiner Krönung am 18.01.1701 stiftete der angehende König den Hohen Orden vom Schwarzen Adler für Verdienste um den preußischen Staat, der die höchste Auszeichnung Preußens war und seinen Wahlspruch Suum cuique als Inschrift beinhaltete. Der Spruch sollte die allgemeine Unparteilichkeit und die getreuliche Gesinnung Friedrichs zu Preußen ausdrücken.

Hierzu steht in den „Statuten des königlich preußischen Ordens vom schwarzen Adler“:

 

„Mit dem Crantze die Gerechtigkeit der Belohnung, mit den Donnerkeilen die Gerechtigkeit der Strafen, und mit dem Suum cuique die allgemeine Unparteilichkeit anzudeuten, nach welcher nicht nur einem und dem anderen, sondern allen durchgehends, und einem jedweden nach Verdiensten das Seine geleistet werden.“

 

Der 24. November 1740 war die Geburtsstunde der „Feldjäger zu Pferde“. Per allerhöchster Kabinettsorder ordnete Friedrich II. die Aufstellung dieses „Korps“ an. Diese Feldjäger dienten anfänglich als Kolonnen-, Kurier-, Furier- und Leibfeldjäger. Später, im Jahre 1744, wurde zudem ein „Feldjägercorps zu Fuß“ aufgestellt. Ab 1756 wurde das „Feldjägercorps zu Pferde“ in „Reitendes Feldjägercorps“ (RFC) umbenannt. Nach wiederum allerhöchster Kabinettsorder vom 12. Dezember 1847 trug das „Reitende-Feldjägercorps“ im Dienst zu Pferde „Sattel-Überdecken, grün mit rothem Besatz, nach dem Schnitt für Dragoner-Offiziere, mit dem Gardestern“. Weiter wurde der Gardestern, der in der Ausfertigung für Offiziere dem Stern des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler entsprach, unter anderem auf dem Helm, später (1903) auch auf der Kartusche, getragen.

Am 12. November 1955 überreichte der Bundesminister für Verteidigung an des preußischen Heeresreformers Scharnhorst 200. Geburtstag in der Bonner Ermekeil-Kaserne den ersten 101 Freiwilligen die Ernennungsurkunden. Einziger Schmuck des Raumes war das Eiserne Kreuz. Die ersten 1000 Freiwilligen wurden am 2. Januar 1956 nach Andernach (Heer), Nörvenich (Luftwaffe) und Wilhelmshaven (Marine) einberufen. Unter diesen Freiwilligen befanden sich auch die ersten Angehörigen der Militärpolizei-Lehrkompanie. Sie trugen als Truppengattungsabzeichen zunächst einen sechszackigen Stern am Uniformkragen, der nicht dem preußischen Gardestern nachempfunden war, sondern dem „Polizeistern“ entsprach. Später wurde der Stern auch immer wieder als „Sheriffstern“ bezeichnet. Anlässlich der „Großen Polizeiausstellung Berlin 1926“ wurde ein sechszackiger Stern als Wahrzeichen der Ausstellung geschaffen, der unserem ersten Truppengattungsabzeichen als Vorlage gedient haben könnte.

Nach der Einführung der Kragenspiegel in der Bundeswehr wurden die Sterne gegen orangefarbige Kragenspiegel ausgetauscht. Als sichtbares Truppengattungszeichen wurde der Gardestern von den Feldjägern vorerst nicht an der Uniform getragen. Jedoch wurde er von den Feldjägertruppenteilen und Feldjägerdienststellen in den unterschiedlichsten Ausführungen in den Dienststellen benutzt. Um eine eindeutige Regelung im Bereich der Waffengattung zu erreichen, erhielten alle Feldjägereinheiten 1963 vom Truppenamt eine farbige Darstellung des Gardesterns mit Erläuterungen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes.

Seit Einführung des Baretts ziert ein stilisierter Gardestern als historische Nachbildung und als Truppengattungszeichen die Kopfbedeckung eines jeden Feldjägers. Dem Wahlspruch Friedrichs I. „Suum cuique“ fühlt sich die Feldjägertruppe der Bundeswehr auch nach 300 Jahren verpflichtet. Sie versteht sich als militärische Traditionstruppe dieses ehemaligen „Reitenden-Feldjäger-Corps“.